Die europäische Geldschwemme erreicht historische Dimensionen. Die EZB weitet ihren Liquiditätstender auf vorausschlich 1 Billion Euro aus. An diese Liquiditätsschwemme knüpft sich die Angst, dass daraus später oder irgendwann eine entsprechende Inflation entsteht. Gut 80 % aller Theoretiker sind sich darin einig. Ist das zwingend? Keineswegs.
Themen der aktuellen Ausgabe: 06.02.2012
- Aus der Sicht des Euro sehen alle Renditen jeweils anders aus!
- Dividendenrenditen sind die aktuelle Konkurrenz zu den Anleiherenditen.
- Der Rohstofftrend ist entscheidend für 2012.
- Der Rand lässt seine Muskeln spielen.
- In Australien wird der Boden langsam heiss!
- Der Buchtipp!
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Die Neuemissionen europäischer Staaten sind keine harmlose Mogelpackung, sondern ein echtes Scheingeschäft. Die Degradierung Frankreichs durch S&P mag politisch ärgerlich sein, trifft aber den Nagel auf den Kopf. Es ist ein zentrales Thema für die künftige Zinsstruktur in der Eurozone. Es geht darum, wie man aus kurzen Fristigkeiten lange macht. Die griechische Situation ist dafür typisch, weil sie für alle in gleicher Art gültig ist, siehe Chart.
Themen der aktuellen Ausgabe: 31.01.12
- In Wien gehen die Uhren gelegentlich links herum!
- New York dürfte als erste Weltbörse einen neuen Rekord erreichen.
- Deutschland hat die Chance, Anschluss zu halten.
- Zürich schaut gleichfalls auf die Midcaps à la Suisse.
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Die Welt der Börse ist ein komplexer Spiegel der realen Wirtschaft. Diese Wechselwirkung muss täglich überprüft werden: Tausende Informationen sind jeden Tag auf vielschichtige Art und Weise wirksam. Die Aufgabe des täglich aktualisierten Zürcher Börsentickers ist es, diese Vielzahl an Informationen zu filtern, zu sortieren und zu einem kompetenten Urteil zusammenzufassen. Der Zürcher Börsenticker konzentriert sich auf das, was wirklich wichtig ist.
Es gibt nur wenige Länder, wo Politik und Wirtschaft so unabhängig eingeschätzt werden können wie in der Schweiz. Die Gedanken sind zwar überall frei, können aber längst nicht in allen Ländern frei geäussert werden. In Zürich ist es uns möglich, das internationale Marktgeschehen fair und objektiv zu bewerten.
Die Tragweite des Zürcher Börsentickers reicht damit weit über die Schweiz hinaus.

Griechen raus!
Realisten können den Europäern nur den einzigen richtigen Rat geben: Werft die Griechen raus! Das entwürdigende Geschacher um die letzten Konditionen eines Schuldenschnitts wirft ein bezeichnendes Licht auf ein Volk oder eine Regierung, die man unmöglich als seriös ansehen kann. Gutgläubige mögen daran festhalten, den Griechen helfen zu wollen. Das wäre ein Akt der Humanität. Realisten ziehen dagegen die Konsequenz und eliminieren ein Land aus einer Völkergemeinschaft, die es nicht verdient, solche Mitglieder zu haben. Denn:
Ein Ausscheiden Griechenlands hat ein einziges technisches Problem: Das sog. Schuldenereignis, das man bisher unbedingt vermeiden wollte. In diesem Fall würden sämtliche Kredite mit griechischen Firmen unter den gleichen Insolvenzparagraphen fallen und vielfältige Kreditvereinbarungen berühren, die an sich mit dem Staat nichts zu tun haben. Andererseits:
Es gilt als sicher, dass sämtliche Forderungen ausländischer Firmen gegenüber griechischen Schuldnern hinreichend wertberichtigt oder ganz abgeschrieben sind. Dann ist das Schuldereignis kein Malheur mehr.
03.02.2012 - Ohne grosse Pausen!
In der Unterinvestition vieler grosser Finanzinvestoren, aber auch des Privatpublikums, liegt das technische Problem der nächsten Tage. Aus Angst haben sie Investments in Aktien gemieden oder sogar noch reduziert. Nun stehen sie ohne Investments in einer Art luftleerem Raum. Die eine Partei wartet auf eine technische Korrektur, die nicht kommt, die zweite legt in kleinen Schritten nach, womit insgesamt die Markttechnik schwer zu überschauen ist. Dazu gehört auch:
Die Berichtssaison führt bisher zu deutlich besseren Erkenntnissen, als vorher vermutet wurde. Auch das führt zum Ergebnis: Es muss investiert werden. Schliesslich auch:
Die sog. BRIC-Märkte erweisen sich als gute Begleitung. Sie sind keine Führungsbörsen, aber wichtige Unterstützungen. Insbesondere für die Europäer.
02.02.2012 - Die Wette gilt!
Das Kursniveau vor dem Griechen-Einbruch nebst Downgrading der Amerikaner und Schuldenstopp seit dem 28. Juli 2011 steht unmittelbar bevor. Die Amerikaner haben es faktisch schon erreicht, den Deutschen fehlen noch ca. 5 bis 10 % und im Mittelwert 7,5 % und den Südeuropäern fehlen noch gut 20 bis 25 %. Kaum jemand hat dies vorausgesagt, obwohl wir in Anspruch nehmen, es wohl richtig gedeutet zu haben. Ausschlaggebend war die wohl richtige Erkenntnis, dass die Destabilisierung der Märkte infolge dieser Ereignisse keine ernsthafte Folge in der realen Wirtschaft haben wird. Damit ist das Erreichen des Sommer-Niveaus letzten Jahres die weiterhin gültige Orientierung.
Die Banken-Spekulation ist der Kern der Sache. Wir werden täglich oder wöchentlich darüber berichten müssen. Das Besondere daran ist: Die öffentliche Meinung in Europa bezüglich der Banken ist extrem negativ. In London wurde soeben der frühere Chef der Royal Bank of Scotland öffentlich degradiert, indem ihm der Adelstitel Sir aberkannt wurde. Das ist nur bei schwerer Kriminalität möglich und ist in einigen Fällen auch vorgekommen.
01.02.2012 - Die nächste Geldspritze!
Die nächste Liquiditätsspritze für alle Eurobanken wird zwischen 300 und 500 Mrd. € veranschlagt. Stand gestern Abend. Die Entscheidung fällt heute oder morgen. Der auf fast 1 Billion € erweiterte Kreditrahmen der EZB, der den Banken in Europa zur Verfügung steht, um deren Liquidität zu sichern und sie in den Stand zu setzen, um dann neue Anleihen der jeweiligen Staaten zu zeichnen. Das Wort Scheingeschäft haben wir mehrfach verwendet. Denn:
Auf diese Weise kann man es einige Zeit schaffen, die neuen Anleihen gegen die aktuellen Fälligkeiten mit einem Coupon zu versehen, der weit unter dem tatsächlichen Marktzins für zum Beispiel Italien oder Spanien aber auch Frankreich gilt. Griechenland läuft ohnehin ausserhalb der Konkurrenz. Folge:
Mehr Liquidität dieser Art fördert die Kurse für Aktien. Es wirkt wie Doping. Die Amerikaner haben es im vergangenen Jahr vorgemacht und praktizieren es aktuell etwas bescheidener, aber in gleicher Art. Solange dies der Fall ist, ist die Aktientendenz „gesichert“.
31.01.2012 - Denkpause!
Dem rasanten Start zum Jahresanfang müssen technische Konsolidierungen folgen. Das ist ganz zwangsläufig. Über den Umfang lässt sich noch nicht viel sagen, aber ca. ein Drittel der Gewinne werden dabei vorübergehend aufgezehrt. Wer dies im Trading nutzen will, benötigt eine sehr sorgfältige Markttechnik. Es spricht mehr dafür, auf Verkäufe zu verzichten, weil der Rückkauf in der Regel sehr schwer fällt. Das gehört im Gegenteil zu einer Baisse zum Verlauf einer technischen Korrektur.
Das Tohuwabohu der Meinungen in Brüssel und Frankfurt (EZB) hält weiter an. Ignorieren kann man es nicht. Jedoch:
Wie das Shreddern von Staatsanleihen funktioniert, hatten wir an dieser Stelle und im „Zürcher Trend“ vor fast einem Jahr ausführlich beschrieben. Nun steht der erste Schritt bevor. Die EZB bietet dem EFSF Staatsanleihen von Griechenland an, die sie selbst im Markt gekauft hat und nun mit einem reduzierten Marktpreis an diesen Rettungsfonds abgibt und hierbei einen Verlust macht. Der Saldo beträgt 14,4 Mrd. €. Unklar ist, wie hoch der Verlust ist der hier entsteht. Er wird anschliessend entweder über den Gewinn der EZB pro rata temporis verrechnet, oder er landet sofort beim Rettungsfonds der dies verarbeiten muss. Erst daraus entsteht der Verlustanteil der Staaten. Rein rechnerisch wäre zum Beispiel Deutschland mit einer Summe von 3 Mrd. € dabei.
30.01.2012 - Ungemütlich!
In Brüssel wird es heute, auf dem nächsten Europa-Gipfel, ungemütlich. Bereiten Sie sich auf sehr scharfe Töne in beleidigender Sprache seitens der Südländer Europas vor. Dies reicht bis zu so charmanten Formulierungen, wonach die deutsche Bundeskanzlerin sich in der Euro-Krise schlicht in die Hosen macht. Die Wochenend-Presse in Frankreich, Spanien, Italien und Griechenland war voll davon. Dieser Ton ist in den vergangenen 40 oder 50 Jahren nicht zu vernehmen gewesen. Es wird also Ernst und eine Verschärfung des Klimas zwischen den Völkern ist unschwer vorauszusagen.
Deutschland wird seinen Kurs nur mühsam durchsetzen können. Zu welchem Ergebnis dies führt, weiss keiner. Festzustellen ist jedenfalls: Deutschland ist isoliert. Lediglich die Niederlande und bedingt Österreich stehen noch an seiner Seite. Finnland gehört auch dazu. Doch dieses Quartett ist stimmenmässig zu gering.
Die Berichtssaison in dieser Woche dürfte keine wesentlichen neuen Erkenntnisse bringen. Alle wirklich grossen Industrie-Unternehmen der Welt haben berichtet. Exxon Mobil und Pfizer werden aus US-Sicht einige Ergänzungen offerieren, aber sie stehen für sehr spezielle globale Märkte und repräsentieren nicht die USA selbst.
Bedachtsam!
Während New York in kleinen aber sicheren Schritten den Topkursen des letzten Jahres zusteuert und sie teilweise schon überschritt, beträgt die Lücke der Euromärkte noch zwischen 6 und 20 %. Das ergibt eine leicht unübersichtliche Lage hinsichtlich der weiteren Potentiale.
Deutschland steht im Mittelpunkt aller Betrachtungen. Das wird sich vorerst nicht ändern. Politisch wie wirtschaftlich. Die Bundeskanzlerin persönlich hat es in Davos vorgemacht:
Ihre Eröffnungsrede zum Weltwirtschaftsgipfel in Davos kam dem Auftritt von Margret Thatcher vor über 30 Jahren schon sehr nahe. Hält sie an dieser Linie politisch fest, springt Europa demnächst im Dreieck. Das entscheidet allein Berlin in seiner Haltung gegenüber den neuen Finanzforderungen der Griechen. Wann der Geduldsfaden reisst, weiss niemand, aber irgendwelche Realisten wird es wohl geben, die letztlich das Handtuch werfen, oder die Reissleine ziehen. Wie würde dies wirken, wenn Griechenland
entweder die Hände total hebt, oder aber aus dem Euro ausscheidet. Die Börsen würden explodieren, vielleicht am ersten und zweiten Tag nach unten, aber anschliessend dramatisch nach oben. Hier ist wirklich Druck im Kessel, wie man landläufig sagt.
26.01.2012 - Der Zug rollt!
Das Rennen der Indizes der grossen Börsen ist ein interessantes Spiel, was tief blicken lässt: Im letzten Jahr konnten nur die amerikanischen Märkte ihr Gleichgewicht irgendwie halten und schlossen bekanntlich als einzige unter den Grossen mit einem kleinen Gewinn von 4,5 % ab. In diesem Jahr liegen 8 Indizes in einem Wettrennen zwischen 7,5 und 9,5 % nach insgesamt 18 Börsentagen. Es geht zu wie im Pferderennen. Was drückt sich darin aus?
Aktienmärkte antizipieren die wirtschaftliche Entwicklung stets sehr gut. Fast auf den Punkt genau, aber mit leichten Übertreibungen. Deshalb sind technische Korrekturen nötig. Nach diesen Indexgewinnen ist es richtig anzunehmen, dass kleine technische Pausen auch jetzt nötig sind.
25.01.2012 - Gedankenspiele!
Jeden Tag gibt es eine neue Wendung, wie ein Gesellschaftsspiel in Sachen Schuldenkrise und jeder kann sich alles denken, oder am besten beiseitelegen. Wir sagen es ganz klar:
Unterscheiden Sie zwischen den tatsächlichen Sachumständen und den politischen Randmanövern. Das lässt sich bis auf weiteres nicht vermeiden. Denn:
Wenn die IMF Chefin, Mme Lagarde, vehement für eine Ausweitung der Liquiditätspolster plädiert, so ist dies nachvollziehbar, denn sie weiss aus Paris: Ähnlich wie im Falle Italien wird die Konsolidierung, sprich Fristverlängerung französischer Staatsanleihen, im Laufe dieses Jahres ebensolche Schlagzeilen liefern, wie es kürzlich für Italien der Fall war. Sie muss auch vorbeugen, denn daran hängt wahrscheinlich der Ausgang der Präsidentschaftswahl ab. Schliesslich: Käme es tatsächlich zu einem Links-Rutsch, steht Frankreich vor einer ähnlichen Situation wie unter Präsident Chirac, als er aus dem Stand heraus, eine Neuwahl anordnete und mit dem Ergebnis einen roten Ministerpräsidenten vor der Nase hatte, der Jospin hiess. Der aber hatte nichts eiligeres zu tun, als die 35 Stundenwoche für die Franzosen einzuführen, eine reduzierte Rentengrenze, womit die französische Produktivität so entscheidend zurückfiel, sodass sie in den vergangenen 8 Jahren nicht mehr aufholbar war. Folge:
24.01.2012 - Zykliker und Finanzwerte!
„Zykliker und Finanzwerte“, so lauten die Überschriften in den Börsenberichten heute. Damit liegen die Märkte auf dem richtigen Kurs. Die Voraussetzungen sind ähnlich wie die Zutaten zu einem guten Kuchen allesamt vorhanden. Wer stösst wen an?
Die spekulative Seite betrifft alle Finanzwerte. Wir werden diesen Satz noch häufig wiederholen, denn es wird die Börsenstory des Jahres.
Die Reaktionen rund um die Commerzbank mögen etwas überzogen sein. Doch zuvor war die negative Beurteilung ebenso überzogen. Daraus entsteht eine Gemengelage, die sehr schwer zu beurteilen ist. Auch nach den Gewinnen bis knapp unter 2 € ist das gesamte Potential noch längst nicht ausgeschöpft, aber ebenso selbstverständlich ist, dass nach Kursgewinnen von beinahe 60 % in ein paar Tagen Gewinne mitgenommen werden und technische Korrekturen zu absolvieren sind. Die Wette in Uni Credit die wir in diesem Bericht erzählt hatten, schliesst sogar mit einem Gewinn zwischen 100 und 300 %, je nachdem, ob über Anrechte, Altaktien oder einer Kombination davon. Auch in diesem Falle sind Korrekturen logisch. Anschliessend geht es weiter.
23.01.2012 - Denkpause!
Die vergangene Woche schloss mit einem hervorragenden Resultat und mit Gewinnmitnahmen am Freitag. Die neue Woche lässt eine Reihe von Wirtschaftsdaten erwarten, die auf der Stelle treten. Soweit die Konsensschätzungen vorliegen, gibt es kaum Veränderungen. Diese Zahlen beziehen sich jedoch vornehmlich auf Dezember und sind deshalb nicht sehr aussagefähig.
25 grosse Unternehmen legen in dieser Woche ihre Berichte vor. Am Freitag wird man alle Branchen mehr oder weniger einschätzen können, wenn die jeweiligen Führungsfirmen ihre Perspektiven erläutern. Die Relation Positiv zu Negativ in den Ergebnissen werden im Moment auf 3:1 veranschlagt, aber 50:50 schliessen wir nicht aus. Der Grund: Der Ausblick wird jeweils sehr vorsichtig formuliert.
20.01.2012 - Der Befreiungsschlag!
Für die einen kommt es völlig überraschend, für die anderen als der Normalfall, wie sich ein ganzer Sektor aus einer Krise selbstständig befreit. Das kennt man auch aus anderen Sektoren, doch die Banken sind eine Besonderheit. In Punkten festgehalten:
1. Alle grossen Banken Europas werden ihre Kapitalpläne erfüllen können. Die deutsche Problem-Bank, Commerzbank, macht es vor. Nicht alles geht glatt, aber Können ist gefragt und dies wird honoriert.
Die Banken-Spekulation frühzeitig strategisch aufzubauen steht deshalb im Mittelpunkt aller weiteren Überlegungen. Der „Zürcher Trend“ hat dies frühzeitig getan und in dieser Woche weiter präzisiert. Damit hat er den Nagel auf den Kopf getroffen.
19.01.2012 - Es geht richtig los!
6 grosse Adressen in New York präsentieren heute ihre Ergebnisse und liefern für mindestens 4 unterschiedliche Sektoren / Branchen die weitergehenden Indikatoren. Es folgen morgen noch zwei weitere, sodass am Wochenende ein erster Überblick über den Ertragstrend möglich wird.
IBM ist Fall 1. Der erfolgreichste IT-Dienstleister der Welt, der längst keine Computer mehr herstellt, wird seine eigene Sicht der Dinge präsentieren. Seit ca. 2 Monaten ist der berühmte Warren Buffet als 5 %- Aktionär mit dabei. Er dürfte einige der Fakten, die heute präsentiert werden, schon vorher gekannt haben. Nach dieser Bekanntgabe verlor der Kurs rund 5 % und Basis 1,75 / 1,80 $ wäre eine neue Ausgangsbasis.
Die Nummer 2 ist Microsoft. Wie viel Geld man in der Kasse hat, kann nur in Milliarden gezählt werden. Nach den jüngsten Annahmen vom Herbst dürfte die Nettoposition bei rund 40 Mrd. $ liegen. Nur ein oder zwei Unternehmen in der Welt haben mehr auf dem Konto. Das Stammgeschäft läuft exzellent, stabil, aber Microsoft muss nun zusammen mit Nokia den Anschluss an Google und Apple finden. Das wird Steve Balmer heute erklären müssen.
18.01.2012 - Aufwind!
Im gleichen Umfange wie das Fieber der Eurokrankheit abnimmt, oder die Aussicht dafür besteht, gewinnen die Märkte Luft nach oben. Das konnten Sie gestern gut nachvollziehen. Das Besondere daran ist:
Die Relation Tagesgewinner zu Tagesverlierer liegt zurzeit durchschnittlich bei 9:1. Das bedeutet Gleichschritt aus der Krise oder der Destabilisierung des letzten Spätsommers. Die zweite Folge davon ist:
Die Favoriten wechseln täglich, aber im Ergebnis sind mehr oder weniger alle gleich. Einmal ist es die, beim nächsten Mal ein anderer Sektor. Gemessen an den Indizes ist der Gewinn sehr ähnlich. Bitte richtig rechnen: Der Dax gewann bis jetzt 30 % gegenüber dem Tiefstwert von Anfang September. Die Differenz bis zu den Sommerkursen vor der Destabilisierung, also Ende Juli beträgt rund nur noch 13 %. Zwei Drittel der Verluste sind also aufgeholt. Damit zeigt der Dax am deutlichsten, wie die Normalisierung verläuft.
17.01.2012 - Zurück zur Tagesordnung!
Die Aufregung über das Down-Grading von Frankreich und anderen war erstaunlich gering. Wir hatten offen gesagt mehr Nervosität erwartet. Offensichtlich war es eingepreist. Daran erkennen Sie, wie frühzeitig die Märkte dies richtig einpreisen.
Die dominierende Sonderstellung Deutschlands dürfte demnächst zu diplomatischem Ärger führen. In den Kommentaren in den betroffenen Ländern ist dies deutlich spürbar. Es ist eine Art Grummeln über die ökonomische Ausnahmestellung, in die sich Deutschland hineingearbeitet hat. Keiner weiss so richtig eine Erklärung, staunt darüber, aber kann es nur mit Mühe verkraften. Die Relation von positiv zu negativ stellt sich gleichwohl auf etwa 60:40. Die nüchternen Beobachter versuchen, dem deutschen Vorbild zu folgen. Die negativen sind schlicht neidisch.
16.01.2012 - Das Desaster!
Die erste Ratingagentur der Welt versetzte Frankreich einen schweren Schlag, national, patriotisch, oder auch der Ehre wegen. Seit 1975 verfügte Frankreich über den Bonitätsstatus AAA den es nunmehr verloren hat und nicht vor 10 Jahren wieder zurückgewinnen kann. Das ergab einen Rundumschlag, denn 13 weitere sind damit ebenfalls vom Sockel solider Schuldnerqualität gestossen worden. Einzig Deutschland wird mit einem stabilen und sogar verbesserten Ausblick von S&P eingeordnet.
Alle Abstufungen gehen absolut in Ordnung. „Wer nicht hören will, muss fühlen“ erlauben wir uns zu bemerken. Mit einfachen Sparmassnahmen wie häufig avisiert, aber unverändert hohen Ansprüchen vieler Empfänger von Sozialleistungen an den Staat, geht es eben nicht.
13.01.2012 - Doping hilft!
Die erfolgreichen Auktionen für Staatsanleihen Italiens und Spaniens erwecken bei den Zuschauern den gleichen Eindruck, wie beim Gewinn einer Tour de France Etappe, oder einem Weltrekord in 100 Meter Sprint, jedoch mit der unverkennbaren Stütze eines gut gedopten Sportlers. Das ändert nichts an seinem grandiosen Eindruck, ist aber natürlich nicht dauerhaft.
Die massive Liquiditätshilfe der EZB über den gewaltigen Tender von annähernd einer halben Billion Euro wird nun von den Banken Schritt für Schritt umgesetzt, indem sie sich mit 1 % für drei Jahre bei der EZB bedienen konnten und nun für die gleiche Laufzeit Renditen zwischen 3 und 4 % erzielen. Kein schlechtes Geschäft. Diese Liquiditätsspritze fördert die Europamärkte genauso wie vor gut einem Jahr die Fed-Spritze über 600 Mrd. $ im ersten Halbjahr 2011. Gleichwohl:
12.01.2012 - Vorsichtige Konsolidierung!
Die Berichtssaison führt zu merkwürdigen Reaktionen, die nur mühsam zu verstehen sind. Ein Zitat von heute Morgen: „Einen Unterschied zwischen der Krise am Jahresende 2011 und zum Jahresbeginn 2012 sehe ich nicht“, ferner: „Die jüngste Rally entstand nach der Suche nach Optimismus, aber die Krise muss ja irgendwann wieder auf den Tisch kommen.“ Wir äussern die Zitate eines Geschäftsführers eines Beraters für Finanzinvestoren. Haben Sie es verstanden? Wir haben Mühe damit! So und ähnlich lauten die aktuellen Kommentare der Banken und Investoren, woraus sich klar erkennen lässt: „ Sie fahren sichtlich im Nebel.“ Wir nicht.
Die zwei breitesten Indizes in New York sind der S&P 500 als Leitindex und der weniger bekannte Russell 3000, wo fast alle Aktien zusammengenommen sind. Beide haben in den vergangenen zwei Tagen ein klares Kaufsignal gegeben. Es mag noch nicht 100 % überzeugen und kann in den kommenden zwei Tagen noch wiederrufen werden, aber die Wahrscheinlichkeit eines Hürdensprunges liegt bei 90 %.
11.01.2012 - Ein wichtiger Schritt!
Die erste Ratingagentur unter den drei Grossen besinnt sich eines Besseren, oder ist politisch umgedreht worden. Eine griffige Erklärung gibt es dazu noch nicht.
Fitch stiess gestern sämtliche Märkte mit der Ankündigung an,
dass man nicht mehr einer Bonitätsabstufung für Frankreich in diesem
Jahr glaubt. Entweder klingeln die Ohren, oder man glaubt nicht
richtig hingeschaut zu haben: Vor weniger als vier Monaten galt das
Gegenteil. In der Zwischenzeit hat sich hinsichtlich Frankreichs
Finanzen absolut nichts getan. Die Ökonomiedaten fielen sogar schlechter
aus. Mal sehen, wie nun die anderen Ratingagenturen reagieren,
insbesondere wenn andere Länder / Staaten noch in dieser Woche mit
unterschiedlichen Emissionen ihre eigene Kreditwürdigkeit im Markt
testen. Gestern gab es jedenfalls durchweg Entspannungssignale.
10.01.2012 - Wendemarken!
In Europa haben die Banken weiterhin ein psychologisches Problem: Keiner traut dem anderen und vergibt kein Geld. Es wird bei der EZB geparkt, statt dem Bankenmarkt zur Verfügung gestellt zu werden. Angst regiert diese Szene.
Für deutsche Schuldscheine gibt es seit gestern einen Negativzins, nicht der Schuldner zahlt, sondern der Gläubiger dafür, dass er in eine Safe Haven Position investiert. Dies gab es seit dem letzten Weltkrieg nicht. Misstrauen pur, nicht sehr weitsichtig, aber eben bankerlike. Es ist bedauernswert dies feststellen zu müssen. Somit ist klar:
Solange dieses Misstrauen wie eine Wolke über den Märkten hängt, ist es für alle Aktiensektoren schwierig eine Tendenz zu finden. Keiner traut dem anderen über den Weg.
Asset Allocation
Wie sieht eine optimale Selektion aus? Christian Grisey, Geschäftsführer Bernecker Portfolio und Trust: Die optimale Selektion ist je nach Risikoneigung und Risikofähigkeit des Investors definiert und kann demzufolge nicht pauschal beantwortet werden. Wir sind der Auffassung, dass das derzeitige Risiko- und Ertragsprofil für eine Übergewichtung in Aktien spricht. weiter »
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Gute Performance
Weber: «Wir rechnen auch im 2011 mit einer positiven Individual-Portfolio-Performance» Video-Interview mit Michael Weber, Mitglied der Direktion, Bernecker & Cie Portfolio und Trust AG. Herr Weber spricht über die Besonderheiten der Bernecker Individual-Portfolio-Anlage. weiter »
Gratis Probelesen
1. März 2011, Zürcher Finanzbrief: Die globale Inflationsentwicklung ist sehr diffizil. Weniger für die Schweiz, aber vor allem für den Euroraum, Grossbritannien und nicht zuletzt die USA. Allen drei Währungsräumen ist gemein, dass die Notenbanken sich weit über ihre klassischen Territorien hinaus auf Neuland gewagt haben und nun sehr ungeschützt und verletztlich sind. weiter »
NEU: Bernecker Anlagefonds
Bernecker lanciert einen neuen Anlagefonds. Der Anlagefonds bietet dem Kunden die Möglichkeit von unserem 50 jährigen Börsen Know-how und unseren Aktienexpertisen zu profitieren. Mehr darüber im Video-Interview mit Daniel und Jens Bernecker. weiter »
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